Christopher Columbus disovery of America

 

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Mönche auf Entdeckungsreise

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St. Brendan stamp St. Brendan stamp Die Rolle irischer Mönche in der Entdeckungsgeschichte Amerikas ist kaum beachtet worden. Dabei ist bekannt, daß die gläubigen Männer im Laufe des Mittelalters bis nach Island kamen. Schon im sechsten Jahrhundert hatte sie die Orkney Inseln erreicht. Nicht auszuschließen ist, daß sie, durch planmäßige Fahrten oder auf Irrwegen, auch nach Grönland und an die nordamerikanische Küste gelangten und nach ihrer Rückkehr davon berichteten.

Einige bemerkenswerte Informationen liefert die Erzählung von der abenteuerlichen Seefahrt des heiligen Brendan, die im 10. Jahrhundert aufgezeichnet wurde - die Navigatio Sancti Brendani abbatis. Es war eines der bekanntesten Bücher des Mittelalters und hatte nachhaltigen Einfluß auch auf die Kartographie. Noch der 1492, im Jahr der Columbus-Fahrt in Nürnberg durch Martin Behaim geschaffene Erdglobus verzeichnet unter Berufung auf den Brendan-Text eine große Insel im Atlantik.

St. Brendan wurde um das Jahr 484 in der irischen Grafschaft Kerry geboren. Er war einer der bedeutensten Missionare in Irland und Wales und leitete in seinem ungewöhnlich langen Leben mehrere Klöster. Gestorben ist er am 16. Mai 577 oder 578 als Abt des Klosters Clonfert.

Der Mönch macht sich im Jahr 545 mit 17 Mönchen in einem ledernen Fischerboot, einem curragh, auf die Reise über das Meer nach Westen. Nach der ältesten erhaltenen Version will er zum Verheißenen Land der Heiligen gelangen, von dem ihm ein anderer Mönch erzählt hat. Bevor sie ihr Ziel erreichen, müssen die Seefahrer zahlreiche Gefahren überwinden und Abenteuer bestehen. So kommen sie an mehreren Fegefeuern vorbei, haben Begegnungen mit Teufeln, kommen auf eine Insel, auf der sie einen ständig gedeckten Tisch vorfinden, und begegnen den gefallenen Engeln, die in Vögel verwandelt auf einer Insel leben, und dem Verräter Judas. Einmal landen die Möche auf einer bewaldeten Insel, die sich plötzlich bewegt und als Wal entpuppt. Erst nach sieben Jahren erreichen sie das Paradies, in dem sie aber nicht bleiben können.

St. Brendan-Motive Die Navigatio ist kein Tatsachenbericht, sie diente der religiösen Erbauung. Eine nur beschreibende Darstellung der Wirklichkeit, so wie sie war, war dem Mittelalter fremd. Jegliche Erkenntnis war der Autorität der Bibel unterworfen und mußte sich ihren Dogmen fügen. Das galt auch für die Geographie, augenfällig durch die Darstellung des Paradieses auf mittelalterlichen Karten.

Aber schon im 17. Jahrhundert war einigen Gelehrten aufgefallen, daß die Navigation viele genaue geografische Angaben enthielt, und eine Atlantik-Überquerung für möglich gehalten. Es konnten einige Reiseziele der Mönche identifiziert werden, etwa die Faröer-Inseln. Beschrieben wird auch ein Vulkanausbruch, wie ihn irische Mönche an der Südküste Islands gesehen haben könnten. In einer Episode entdecken die Möche eine kristallene Säule, die von einem silbrigen Netz umgeben ist. Ist dies ein Hinweis auf einen Eisberg und Packeis? Das Verheißene Land schließlich entdecken die Mönche hinter einer von Nebel verhangenen Küste - ganz wie Neufundland. Erwähnt wird aber auch ein Klebermeer, in der die Schiffe steckenbleiben: Das könnte die Sargassosee mit dem treibenden Teppichen von Beerentang sein.

Ob St. Brendan tatsächlich eine abenteuerliche Seefahrt unternommen hat, wird nie geklärt werden. Vermutlich sind in die Erzählung frühmittelalterliche Reiseerfahrungen eingeflossen, gespeist aus zahlreichen Überlieferungen, aus hunderten Reiseberichten und reichlich Seemansgarn. Der Beweis dafür, daß eine solche Reise mit den damals vorhandenen technischen Mitteln möglich war, ist aber erbracht. Der Abenteurer und Schriftsteller Tim Severin fuhr in den 70er Jahren in einem rekonstruierten Fischerboot auf St. Brendans Spuren über den Atlantik und landete am 26. Juni 1977 auf der vor der Nordostküste von Neufundland liegengen Peckford Island.

Quellen:
St. Brendans wundersame Seefahrt. Herausgegeben, übertragen und mit einem Nachwort versehen von Gerhard E. Sollbach. Frankfurt/M. 1987
Ingo Hermann: Terra-X. Und dann kam Kolumbus. München 1992.
John Smith: General History of Virginia, New England and the Summer Isles. 1624
| Textauszug |

 

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