Christopher Columbus disovery of America

 

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Insula quae dictur Winland
Die erste Erwähnung Amerikas

 
Unter Columbus-Forschern ist noch immer umstritten, ob Columbus etwas von den Amerika-Reisen der Wikinger 500 Jahren vor ihm gewusst hat. Auf seinen Seereisen ist er 1477 nach Irland - und möglicherweise bis Island - gekommen. Dort gab es vielleicht noch Erinnerungen an die ersten Amerika-Fahrten. Immerhin sollen noch bis Mitte des 14. Jahrhunderts Grönland-Wikinger in das waldreiche Labrador gefahren sein, um dort ihren Holzbedarf zu decken. Die beiden Hauptquellen für die Amerika-Fahrten der Wikinger, die Grönlandsage und die Saga Erik des Roten, sind erst Jahrhunderte nach den Ereignisse aufgeschrieben worden. Unklar ist, was davon im übrigen Europa bekannt war.
 
Das erste Werk, in dem von der Entdeckung der Wikinger die Rede ist, ist allerdings viel älter. Schon wenige Jahrzehnte nach Leif Erikssons Reise wird Vinland erwähnt. Adam, der Leiter der Bremer Domschule, berichtet davon in seiner um 1070 fertiggestellten Hamburgischen Kirchengeschichte (Gesta Hammaburgensis ecclesiae pontificum). Der Gewährsmann für diese Nachricht ist Dänen-König Sven Estridsson (gestorben 1074), den Adam etwa 1067 in dessen Residenz Roskilde besuchte.
 
Adam schreibt (Buch IV, 38): Praeterea unam adhuc insulam recitavit a multis in eo repertam occeano, quae dicitur Winland, eo quod ibi vites sponte nascantur, vinum optimum ferentes. Nam et fruges ibi non seminatas habundare, non fabulosa opinione, sed certa comperimus relatione Danorum.
 
Auf Deutsch: "Außerdem erzählte er [König Sven], dass noch eine Insel in jenem Ozean von vielen Leuten gefunden worden sei, welche Vinland heiße, weil dort Weinstöcke wild wüchsen, die den besten Wein trügen. Dass dort auch Feldfrüchte ungesät im Überfluss vorhanden sind, erfahren wir nicht durch fabelhafte Meinung, sondern zuverlässige Erzählung des Dänen."
 
In den Werk gibt es noch eine weitere Anmerkung zu Vinland, die aber rätselhaft ist: "Odinkar war ein Sohn des Herzogs Toko von Winland und hatte seinen Sitz zu Ripen. Obwohl nun ein Drittel von ganz Winland ihm als Erbteil zugefallen sein soll, übte dennoch ein Mann von so großem Reichtum eine wunderbare Enthaltsamkeit." (Buch II, Scholien 37).
 
Dass Columbus von der Hamburgischen Kirchengeschichte Kenntnis hatte, ist unwahrscheinlich. Außerhalb des norddeutschen Erzbistums Bremen-Hamburg wird das Werk kaum wahrgenommen worden sein. Es gibt nur noch eine Handvoll erhaltene Abschriften, davon eine aus dem Jahr 1451 im Vatikan. Die erste gedruckte Ausgabe erschien erst lange nach Columbus' Tod.
 
Quellen:
Adamus: Gesta Hammaburgensis ecclesiae pontificum [ Lateinischer Text ]
Adam von Bremen: Hamburgische Kirchengeschichte. Essen 1986 [ Übersetzung ].

 

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